Wolllust

Mittwoch, 15. Oktober 2008

Spinnkram

Nachdem, wie ich es mir vorgenommen hatte, sämtliche Steinschafwolle restlos versponnen und verarbeitet ist, habe ich mir jetzt endlich mal wieder ein Kilo Wolle geleistet.
Das Steinschaf ist eigentlich schon seit ungefähr zwei Monaten fertig. Aus den insgesamt zwei Kilo habe ich neben der berühmten Jacke, eine Weste (oder eher Pullunder) und zwei Schultertücher rausbekommen. In den Tüchern steckt das Schaf gemischt mit Sockenwolle drin.
Weil die Steinschafwolle vom Lamm stammte war sie extrem kurzfaserig. Wer spinnen kann, kann alles spinnen, auch Kurzfaseriges *angeb* aber es ist eben nicht so bequem und so hatte ich nun zur Abwechslung das dringende Bedürfnis nach einer langfaserigen Wolle, die sich auch zu etwas weicherem Garn verspinnen lässt. Nun schlägt bei mir zuweilen so ein Naturalismus - Fimmel durch. Ich stehe besonders auf ungefärbte Wolle. Andererseits trage ich weder weiß (auch kein wollweiß) noch braun und dummerweise haben die meisten Schafe von Natur aus braune oder weiße Wolle. Daher hatte ich mich ja seinerzeit für Steinschaf Lamm entschieden, weil das die einzige naturschwarze Wolle war, die es gab.
Jetzt mußte also ein Kompromiß gefunden werden. So habe ich dieses Mal eine dunkelgraue Wolle vom Eiderschaf gekauft. Ich habe versucht herauszufinden, was für eine Schafrasse das sein soll, u.a. weil ich hier einen Link setzten wollte (Ordnung muß schließlich sein), aber bis jetzt finde ich beim besten Willen nichts dazu.
Wie dem auch sei, jedenfalls stand da schon in der Beschreibung, daß die Wolle auch für Spinnanfänger geeignet weil so dermaßen langfaserig ist, - da dachte ich mir, daß das genau das ist was ich brauche. *ggg*
Und es stimmt wirklich. Die Fasern sind sehr schön lang und weil es dieses Mal kein Vlies ist, sondern ein Kardenband, liegen sie auch schon wunderbar in einer Richtung, was das Spinnen nochmal entspannter macht.
Die ersten Knäule gesponnener und gezwirnter Wolle habe ich schon fertig und die Maschenprobe habe ich auch schon gemacht. Jetzt muß ich mir nur noch einen Schnitt austüfteln. Mir schwebt wieder eine Weste vor,-dieses Mal etwas eleganter und körperbetonter, als der schwarze Steinschafpullunder. Die Wolle hat so ein bißchen Tweedcharakter, was sehr edel aussieht, vor allem in Verbindung mit altsilberfarbenen Metallknöpfen...

Dienstag, 6. März 2007

Tätärääääähhhhhh....

Das Projekt Steinschafjacke ist abgeschlossen.
Hier nochmal ein kurzer Überblick über den Prozeß der Fertigstellung:

Der zweite Ärmel ist fertig...



...jetzt wird erstmal alles ordentlich auf Links ausgebreitet.



Ein großer Küchentisch ist dabei sehr von Vorteil *gg*
Die Schulternähte hatte ich ja schon geschlossen bevor ich die Ärmel gestrickt hatte. Jetzt werden die Ärmel gerade angelegt (in der Hoffnung, daß alles gut zusammenpasst - große Überraschung!)

Und nun...



...werden die Ärmel schön sauber angeheftet, - und zwar von der Mitte nach außen, d.h. beginnend an der Schulternaht. Zum Heften empfiehlt es sich, ein gut sichtbares, stabiles und glattes Garn zu nehmen und die Heftnaht etwas unterhalb der geplanten Naht anzubringen, weil sie ja am Schluß wieder entfernt werden muß. Ich habe knallgelben Sternzwirn verwendet.
Jetzt können die Ärmel in aller Ruhe von Hand angenäht werden.

Danach sind nur noch die unteren Ärmelnähte und die Seitennähte (die ja ineinander übergehen) zu schließen. Dabei gilt: Same procedure wie beim Ärmeleinsetzen, - erst heften dann nähen.
Das hab ich auch wieder von der Mitte nach außen gemacht (also von "unter den Armen" bis zum Ärmelbündchen bzw. bis zum Jackenbund), damit alles schön gerade abschließt.

Nun können die Heftfäden rausgezogen werden.

Der nächste Arbeitsschritt , das Vernähen aller Fäden und Knötchen, ist dann nochmal bissel ein Geduldsspiel, - bloß nichts übersehen.
Alles nochmal dämpfen...

...aber dann ...

Fertigstellung_Knoepfe

...können schon die Knöpfe angenäht werden.

Et voilà...

Jacke_fertig

...fertig ist die Steinschafjacke!

Hier nochmal eine Detailansicht der Häkelbündchen:

Jacke_fertig_Buendchen

Donnerstag, 1. März 2007

Neues von der Steinschafjackenfront

Hier der neueste Stand: Alle Teile der Jacke sind nunmehr fertiggestellt und zusammengenäht. Dafür hab ich mir viel Zeit gelassen. Das Zusammennähen muß wirklich sorgfältig passieren, weil man dabei noch `ne ganze Menge versauen kann (wie ich aus eigener leidvoller Erfahrung weiß). Zum Zusammennähen hab ich zunächst schwarzen Sternzwirn verwendet. Der wurde aber leider auf halber Strecke alle, da hab ich mit schwarzem Baumwollnähgarn, welches ich allerdeings doppelt genommen habe weitergenäht. Nun muß die Jacke nochmal gedämpft werden - alle Nähte glattbügeln usw. und dann fehlen nur noch die Knöpfe. Es sind übrigens fünf Knopflöcher geworden und nicht vier, wie ich neulich mal geschrieben hab.)

Von Anfang an schwebten mir altsilberfarbene Metallknöpfe für diese Jacke vor. Ich habe mich für diese hier entschieden.

Vom Zusammennähen gibt es auch noch Fotos, die ich erst bearbeiten muß. Die fertige Jacke fotografiere ich, wenn die Knöpfe dran sind.

Samstag, 3. Februar 2007

Strickjacke vom Steinschaf

Obwohl die Jacke noch nicht fertig ist, halte ich jetzt hier schonmal das Wichtigste fest. Das soll vor allem mir dazu dienen später nachvollziehen zu können, wie ich die Jacke gemacht habe, weil ich vorhabe eine Art Grundstrickanleitung zu entwickeln, nach der ich mir mein Lieblingsstück immer wieder rekonstruieren kann.

Zunächst mal zum Garn:
Der Faden, den ich aus dem naturschwarzen Wollvlies vom Steinschaf - Lamm spinne hat diese Stärke...


...daraus zwirne ich ein zweifädiges Garn von dieser Dicke...

garn_gezwirnt

...und verstricke das mit Rundstricknadeln der Stärke 4 mm. Das ergibt solch ein Strickbild...



Nun zum Schnitt und zur Anleitung:

Der Schnitt, den ich mir überlegt habe sieht so aus...


Ich habe mich dabei an einer Strickjacke orientiert, die ich von der Form her sehr mag, die mir aber vom Material her nicht zusagt (100% Polyester brrrr...).
Alle Kanten sind gerade Kanten, weil mir alles andere fürs Erste zu kompliziert war. Um den Verlauf gewölbter Kanten zu bestimmen braucht man nämlich entweder höhere Mathematik um im Vorwege einen Strickplan zu errechnen, oder man muß ziemlich geduldig ausprobieren. Zu beidem hatte ich jetzt keine Lust. (Für Tips, wie man sowas einfach uns schnell rauskriegen kann, würde ich mich sehr interessieren!)
Wenn ich mit diesem Schnitt Erfahrung habe, verfeinere ich ihn vielleicht später noch (für das nächste Exemplar).

Die Grundform der einzelnen Teile sind ja aus der Zeichnung (die nicht maßstabsgetreu ist) schon ersichtlich.
Das Muster ist glatt rechts, - d.h. auf der rechten Seite rechts auf der linken Seite links. Bündchen gibts keine.


Rückenteil:

80 Maschen aufnehmen, bis zu einer Höhe von etwa 41 cm gerade hochstricken, dann an beiden Seiten je 7 Maschen abstricken und bis zum Schluß (ca. 35 cm) hochstricken und in der letzten Reihe alle Maschen abketten.

Vorderteile:
40 Maschen aufnehmen, bis 41 cm hochstricken, an der Außenseite 7 Maschen abketten, 4 Reihen ohne Abnahme, dann für die Ausschnittschräge an der Innenseite 7 mal jede 2 Reihe 1 Masche abketten. Nach diesen 14 Reihen mit Abnahme wird wieder ohne Abnahme gerade weiter hochgestrickt bis zum Ende. Zum Schluß alle Maschen abketten.

Auf diese Weise werden zwei spiegelverkehrte Vorderteile gestrickt. Beim rechten Vorderteil hab ich auf den ersten 41 cm alle 9,5 cm ein Knopfloch eingearbeitet. Das ergab auf diese Länge 4 Knopflöcher.


Rücken- und Vorderteile habe ich als sie fertig waren noch mit der selben Wolle eine Runde umhäkelt. Das ergibt einen stabilen und gleichmäßigen Rand, der am Ende eine saubere Naht ermöglicht.

Anschließend hab ich die Teile gedämpft (d.h. glatt auf dem Bügelbrett ausgelegt, mit einem feuchten Handtuch bedeckt und auf höchster Stufe gebügelt) und dann die Schulternähte geschlossen. Dadurch konnte ich anschließend die Grundbreite für die Ärmel genau abmessen.

Ich kann es nicht leiden, wenn mir die Ärmel eines Kleidungsstückes dauernd überall drinhängen, deswegen ziehe ich , zumindest bei Jacken und Pullovern usw.dreiviertellange Ärmel, normal langen Ärmeln vor. Die gehen hier folgendermaßen...


Ärmel:

75 Maschen aufnehmen, 12 Reihen ohne Abnahme hochstricken, in der 13 Reine erstmals an beiden Seiten je 2 Maschen abnehmen. Dann diese Abnahme alle 9 Reihen fortsetzen, das ganze 9 mal und schon ist der Ärmel fertig und alle Maschen können abgestrickt werden.
Auch die Ärmel werden zum Schluß einmal umhäkelt und gedämpft und dann können sie an die restliche Chose angenäht werden.
Seitennähte schließen, Knöpfe annähen, fertig.

Ich habe gerade den ersten Ärmel fertig, für den zweiten Ärmel spinne ich jetzt die Wolle. Für alles bisher fertig Gestrickte hab ich knapp 1 kg Wolle verbraucht. Bin gespannt, wieviel es insgesamt wird.


Wer diese Anleitung ausprobieren will, kann das gerne tun. Ich empfehle aber unbedingt zu Beginn eine Maschenprobe zu machen und die Anzahl der aufgenommenen Maschen entsprechend der eigenen Maße und der Wollstärke anzupassen.
Das Rückenteil meiner Jacke ist 60 cm breit , die beiden Vorderteile dementsprechend jeweils 30 cm. Ich habe Größe 38 und die Jacke, die ich als Vorbild genommen habe sitzt bei mir bequem und locker.

Montag, 29. Januar 2007

Steinschaf die Zweite

So, das erste Kilo Steinschafwolle ist versponnen, Vorder- und Rückenteile sind fertig und auch schon an den Schulterseiten vernäht, der erste Ärmel ist fast fertig und weil ich entgegen meiner anfänglichen Vermutung feststellen mußte, daß 1 kg Wolle offenbar doch nicht ausreicht, hab ich letzte Woche gleich noch ein weiteres Kilo nachbestellt, damit ich nachher nicht auf die ausgefeilte Ausarbeitung verzichten muß. Und für so schwarze Steinschafwolle hab ich ja immer Verwendung. Ich wollte mir sowieso noch andere Sachen daraus stricken.

Donnerstag, 18. Januar 2007

Wie ichs auch dreh` und wende...

... das Kromski "Polonaise" ist mein Traumspinnrad und zwar in der Farbe "Walnuss gebeizt".
Ich werde es mir zulegen, sobald mein Budget das erlaubt.

*tief Luft holt*
Ich mag an dem Teil daß es so schnörkelig und bizarr ausgearbeitet ist, dabei aber doch gerade und klar aufgebaut. Wie meine Recherchen jetzt ergeben haben sollen die Kromskis sehr gute und leichtgängige Räder sein und das "Polonaise" ist sowas wie der "Feuerblitz" unter den Spinnrädern, scheint mir.


Die Tatsache, daß ich schon ein Spinnrad habe steht dem auch keineswegs im Wege.
Wie unter anderem hier und hier bestätigenderweise nachzulesen ist, sind Spinnräder nämlich angeblich Herdentiere jawohl. (Auch auf die Gefahr hin, daß da die weltweit konspirativ agierende Spinnradlobby dahintersteck... ;-D ). Und ich kann es beim besten Willen nicht verantworten, diese dermaßen unartgerechte Einzelhaltung auf Dauer fortzuführen. *eulenhaft glotzt*

Außerdem BRAUCHE ich zwei Spinnräder, - eins für oben in meinem Büro und eins für unten im Wohnzimmer. Derzeit muß ich das Teil immer hoch und runter schleppen...

Mittwoch, 17. Januar 2007

Boaaaahhhh...

...sind die schön!!! *sabber*
diese Spinnräder nach barockem Vorbild
*sich nicht sattsehen kann*
Polonaise
...
Symphony
...
Prelude
...
*lechz* ...ein Traum! Das wären so meine Favoriten. Wobei "Polonaise" und "Symphony" in die nähere Auswahl kämen... und ich mich zwischen den beiden nur schwer entscheiden könnte.. *soifz*

...muß ich vorerst auch nicht, denn ich hab ja ein Spinnrad! Auch ein schönes gedrechseltes aus massiver Buche ...


mein Spinnrad mit Steinschaf


...und ich liebe es und spinne gerne darauf ... hachjaaaaaaaahhhhh.....*verträumt guggt* ...aber so ein hübsches Zweitrad würde ich nicht verschmähen... wenn es mir wer schenkt ...oder ich es zuuufällig auf der Straße finde ... oder ich es mir irgendwann doch mal kaufe oder so.

Aber dieser Webstuhl Harfe
das ist der Webstuhl meiner Wahl, für den Fall, daß ich mich für einen Neukauf entscheide und nicht irgendwo ein ordentliches gebrauchtes Stühlchen finde.

Nunja, vorerst wende ich mich alllerdings erstmal dem aktuelleren Projekt zu das da wäre, das schwarze Steinschafwollvlies in eine schigge Stickjacke zu verwandeln. Rückenteil und ein Vorderteil sind schon fertig, das andere Vorderteil ist fast fertig. Muß jetzt wieder neue Wolle spinnen. Fotos gibts dazu auch noch aber nicht heute.

Im Übrigen eröffne ich mit diesem Beitrag erstmals eine Unterrubrik in diesem Blog, die Rubrik "Wollust". Bisher war ich immer gegen sowas, aber man muß ja auch mal mit alten Gewohnheiten brechen. Inwieweit ich die Rubrikenaufteilung auch auf andere Themenbereiche ausweite wird sich zeigen.

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